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29.09.01 44 LENINGRAD im ALARM! (Zwickau) Special Drink des Abends waren "Sto Gramm" Wodka, dies nur vornweg und Na Starovije! (...) Nach der Umbaupause wurden unter den Klängen eines Intros in Form von klassischem Sowjetpathos noch schnell ein paar "Buratinos", das russische Pedant zum Pinoccio, an den Mikrofonständern aufgeknüpft, und los gings. Mit Akkordeon, Bass, E- Gitarre und Schlagzeug wurde losgerockt, und auch die Gäste konnten nicht mehr still halten. Es wurde getanzt und gepogt, dass es stellenweise schon gefährlich war, mit vollem Bier in Richtung Bühne zu gehen. Das Progamm von 44 LENINGRAD bestand überwiegend aus Standards der russischen Volksweisen und ehemals real existierenden sozialistischen Arbeiter- und Kampfschinken, sowie ein paar Eigenkompositionen. Von Lied zu Lied nahm die Stimmung ausgelassenere Ausmasse an und die Temperaturen stiegen. "Katjuscha" oder die "Partisanen von Amur" liessen kein Auge trocken und nach dem Gig wurde vom Publikum vehement eine Zugabe gefordert, welche noch eine weitere nach sich zog.
Force Attack Festival 2001 44 Leningrad aus der Hauptstadt sorgen mit ihrem krachigen Russenpartyrock überall für Abtanzekstase, so geschehen auch diesmal (wie schon vor 2 Jahren) beim Kultfestival an der Ostsee. Ob Wolgaschlepper, Sascha oder altrussische Volksweise, hier groovte definitiv der Bär!
27.12.1998: 44 Leningrad + Petticoat Government im Kurzschluß / Coswig Den Kurzschluß in Coswig (bei Dresden), eine alte Halle im Industriegelände, erreicht man nur, wenn man gut zu Fuß oder im Besitz eines Autos ist. Die Errungenschaft Straßenbahn tut es sich nicht an, so weit zu fahren. Meine dritte Begegung mit 44 Leningrad wurde diesmal durch die Frauen-Punk-Band Petticoat Government eingeleitet. Die 3 Mädchen aus Dresden brauchen mit Sicherheit zwar noch etwas Übung, aber was aus den Boxen kam, war astreiner Punk. Das Publikum riß die Musik zwar nicht aus dem Sitzen, aber spärlicher Applaus bewieß, daß es so schlecht nicht war. Mir jedenfalls haben sie gefallen! Wenn der Enthusiasmus der Gäste eine Maßzahl für die Güte der Band ist, so sind auch 44 Leningrad diesmal nicht so gut weggekommen: Die Masse brauchte erstmal 4-5 Songs, um sich auch nur ein bißchen in Bewegung zu setzen. Aber als sie es sich dann überlegt hatte, gab es kein Halten mehr. Die große Halle bot viel Platz und so hatten die Leute viel Spaß beim Toben. Übertrieben haben es da aber leider ein paar Gören, die sich einfach nicht unter Kontrolle hatten. Ich hatte, wie bereits im KNM vor 2 Monaten das Problem, daß mir nach etwa der Hälfte des Konzertes die Puste ausging und ich mich keinen Deut mehr bewegen wollte. In den bequemen rumstehenden Sesseln ließ es sich aber gut relaxen. Wenn mir also irgendwer verraten kann, die ich meine Kondition verbessere... aber bitte ohne Anstrengung! Insgesamt also mal wieder ein 44-Leningrad-typisches, extrem gutes Konzert mit Schwitzfaktor 100%.
02.11.1998: 44 Leningrad + Pressgang im KNM / Dresden Den Beginn des langen Abends machten erwartungsgemäß Pressgang. Wir konnten uns nicht einigen, ob sie als Vorband oder gleichberechtigt zu 44 Leningrad gekommen waren. Den Zuschauern war's egal - die ersten Reihen machten sich schonmal mit Tanzen warm. Die Frau am Bass und die 3 Männer, die wohl aus Irland kamen, spielten Irish-Folk im weitesten Sinne. Der mit Gitarren-Rock vermischte Sound gab meinem Gehör nach zu urteilen auch ab und an Ska-ähnliche Klänge von sich. Einigen Leuten, die wohl die Schnelligkeit der nachfolgenden Band erwarteten, war die Musik zu langsam, was sie zu Äusserungen wie diesen verleitete: "Die Leute auf der Bühne haben scheinbar mehr Spaß als ihre Musik". Tatsächlich rockten die männlichen Mitglieder der Pressgang (spricht man wohl englisch aus!) ziemlich ab, während die Dame sich darauf konzentrierte, ein freundliches Gesicht zu machen und ihr Instrument zu schonen.Von kurz nach 9 bis halb 11 hatten Pressgang keinerlei Mühe, die Massen in ihren Bann zu ziehen. Die Musik machte Spaß und die Vorfreude auf den Hauptact stieg. Etwas Speed gefällig? Etwas laute Musik dazu? Und eine herumspringende Meute auch? Dann war man genau richtig bei 44 Leningrad. Ab 23 Uhr stieg die Luftfeuchtigkeit (oder war es Schweiß?) auf nahezu 100%. Die Fenster schwitzten und wurden aufgerissen, Menschen fetzten sich die Klamotten vom Leib und alles nur, weil vorn 5 MusikerInnen ihre Stimmen und Instrumente quälten. Etwas, was normalerweise nur in der Scheune funktioniert, nämlich daß der ganze Saal springt und tobt, gab es diesmal auch auf dieser vom GAG 18 organisierten Party im KNM. "Volksweisen" aus dem Musikbuch des Ostens früherer Jahre um den Faktor 5 bis 10 beschleunigt gaben den Rhythmus vor. Der Klang der Anlage im Klub war diesmal nicht so scheppernd wie bei anderen Konzerten, so daß man auch die Musik und nicht nur die Bässe genießen konnte. Wer zwischendurch die unteren Räumlichkeiten aufsuchte, in denen meist parallel eine Disko läuft, fühlte sich in eine andere Dimension versetzt. Gegen die Geschwindigkeit von oben hörte sich Rosenstolz unten wie eine Rentner-Kaffefahrt ins Grüne an! Vielleicht lag es daran, oder an den für Montags-Events in der Mensa "hohen" Eintrittspreisen von 12 bzw. 15 DM, jedenfalls waren diesmal wirklich der Großteil der Besucher im Konzert-Bereich. Trotz aller guter Stimmung gab es auch eine traurige Sache, die wohl die meisten im Saal nicht kalt ließ (wobei das sowieso kaum der Fall gewesen sein kann): Die Sängerin Jule vermisste ihre Buratino-Puppe, die wohl vor dem Konzert noch auf der Bühne und nun auf unerklärliche Weise verschwunden war. Leider fand sie sich nicht wieder ein. Dafür fand ich den Abend wirklich super, obwohl ich nach dem Konzert nicht die kleinste Lust verspürte, mich noch einen Zentimeter zu bewegen. So viel schnelle Musik ist arg anstrengend...
Russische Weihnachten mit "44 Leningrad" (Support: "Spitfire") in Annaberg-Buchholz (Alte Brauerei) / 28.12.98 Nun denn, es ist mal wieder Zeit sich zu bewegen (Sport is ja gesund, oder so).Knapp eine Woche nach der St.-Annen-Weihnachtsfeier im Marx ging`s wieder nach ANA, um der "russischen Weihnacht", insziniert durch "44 Leningrad" mit ihrem Support "Spritfire", zu fröhnen. Schon von weiten erkennst du, dass wohl was los sein muss, denn vor dem Einlassportal sammelt`s sich kräftig. Aber das soll dich ja nicht abschrecken, sondern eher erfreuen , denn wenn`s voll ist, wird`s gemütlich. Nun, Abendkasse: DM 15,-. Großes Warten im Café der A.B., weil Soundcheck. Bereits jetz merkst du , dass du kleidungsmäßig einen Fehler gemacht hast: wäre ein T-Shirt nicht besser als der Norweger-Pulli. mächtige Hitze schon vorm Sport. Ach naja, wird schon gehen. Irgendwann: offene Türen, JUHU. Und dann noch ne Ecke später (so gegen 22 Uhr) heizte "Spritfire" (echt Russland-Import, nämlich St.-Petersburg) ordentlich mit Ska (man mische Regga mit Punk und schüttle kräftig) ein. So die üblichen "Schunkeleien", sagen wir mal Ellenbogenakupunktur, die weit bekannten (Tanz-)Bewegungen, die halt so jeder tut. Das tut gut, das geht ins Blut. Nun, die sechs Russen da vorn schauen ganz lustig drein. Ganz links positionierten sich die drei Bläser: Posaune, Trompete, Saxophon (genau in dieser Reihenfolge sei auch der Grad des Glanzes genannter Instrumente zu bemessen; sich im Sax zu spiegeln schien unmöglich). 'Ne Gitarre, ein Bass und noch ein Schlagzeug, das sind Spitfire. Nach ein wenig Aufwärmgeschunkel werden die Hörer aufgefordert, irgendein russisches Wort aussprechen zu können, man soll später damit singen. Es klang circa so: Chui. Komischerweise findet das Wort keine Anwendung im folgenden Stück - auch Wurscht. Die Russen versuchten sich auch mit deutschem Gesang, aber der wahr kaum zu verstehen (entweder durch die Instrumente oder vokabular verhört ). Nach ner Stunde osteuropäischer Vergnüglichkeit gönnst du dir ne Pause zu Flüssigkeitsabsorption. Oh, welch Zufall gerade willst du wieder mit "einsteigen" , verabschieden sich die Sechs. Ok, dann kannst du dich auch mal länger im Cafe ausruhen. Ganz bald aber vernimmst du neue tiefe Schallwellen, die dich locken, doch wieder in den Haufen von Leuten zu hüpfen, welche nun zum Hauptding des Abends "abrocken" : "44 Leniengrad" legt los und das nicht zu knapp. Irgendwie kannst du dich an eine Schallplatte zu Ehren Lenins erinnern: russisches Liedgut wird von den Fünfen da vorn mit Speed - Folk aufgepeppt und so zum besten gegeben. Du bist so mittem im Gewühl, da kommt so´n Typ mit´n Becher Bier und probiert wie "sporttauglich" dieser wohl ist. Wie nicht anders zu erwarten, besteht der Becher den Test nicht und ergießt sich im Raum inklusive deinem linken Ärmel. Wahrscheinlich testen mehrere Leute ähnliches aus, woraus eine schöne Rutschpartie auf der Tanzfläche resultierte. Aber sowas erhöht eigendlich nur den Spaßfaktor. Nun, wer schubst gehört zurückgeschubst. Das geht eigentlich immer gut. Doch irgendwie passiert´s: die Brille eines Kollegen (Namen unwichtig ) geht nach der Attacke nieder. Alles nicht so schlimm, wäre da nicht das trampelnde Volk: Wer sucht der findet. Teilweise. Die Brille ist ganz geblieben, bis auf Gestell, Bügel und Gläser: ganz futsch. Tja, das passiert. Und was lernen wir daraus: Wer mitmachen will, soltte sich der Sehhilfe entledigen. So gegen 1 Uhr war die Zeit der deutsch-russischen Völkerverständigung und des Kulturaustauschs. Zur Freude aller instrumentierte "44 Leniengrad" und "Spitfire" sangen dazu. Bravo. So, noch´n bissl Abschiedsmucke (hart und kräftig ) und dann war auch dieses Zeremoniell vorüber: Doswidania! Wie immer shweißdurchnässt suchst du in der Toilette das Waschbecken auf, um dich zu erfrischen, denn der abtrocknende Schweiß auf deiner Stirn fängt an unangehmerweise zu brennen. Noch ne kleine Ruhepause, dann Aufbruch heimwärts. Wie spät es war, ist schlecht zu sagen: Aufgrund seismologischer Aktivitäten sind die Uhrzeiger um 1 Uhr 4 und 33 Sekunden stehengeblieben - an den Batterien kann´s nicht liegen, denn das Display zeigt noch was an, aber nicht die erwünschte Zeit. Nach Erkundigung steht fest: kurz nach 2. Na dann tschüss... Resümee: im Osten geht´s heiß her, nur die typische Winterkälte hat gefehlt, damit sibirische Atmosphäre aufkommt. http://schule.freiepresse.de/lkgschlettau/Neulich2..htm
...Es folgte eine mir völlig unbekannte Formation: "44 Leningrad" aus Potsdam. Mit der Erwartung, ein normales Konzert zu sehen, stand ich vorne, und mir fiel fast die Kinnlade runter...: eine Mischung aus russischer Folklore und Punk- und SKA-Elementen kombiniert mit der absolut genialen Stimme von Frontfrau Jule. Die 1990 gegründete Combo, die man ausspricht wie: "Four for Leningrad", brachte die gesamte Glocke zum Läuten und die fünf Musiker mußten spielen, bis ihnen die Zugaben ausgingen. Sollten sie demnächst mal wieder irgendwo in der Gegend auftreten: HINGEHEN!!! |
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EIERTANZ VOL.4 - 44 LENINGRAD (Thun - CH, MOKKA, 11.04.2004) 44 Leningrad spielen so, als ob man ein russisches Estraden-Ensemble auf Drogen gesetzt hätte. Während noch ein Schifferklavier im imaginären Birkenwäldchen jammert, wird die Heimatmelodie gemeuchelt von Gitarren-Sperrfeuer und einem Schlagzeuger, dem scheinbar nichts wichtiger ist, als mit Karacho einer wildgewordenen Schar besoffener Budjonny-Reiter hinterher zu stürmen. Die Band nennt diese Art der Totalverausgabung "Russian Speed Folk". Klar, dass mit Vorliebe Russisch gegrölt wird und auch säuseliger Balaleika-Klang die "Partisanen vom Amur" nicht weich zu betten vermag.
44 LENINGRAD (Unifest Karlsruhe 2000) Man nehme die Seele des russischen Volksliedguts, reiße sie heraus, betrachte sie von allen Seiten und stelle sie inmitten eines Gebäudes aus kraftvollem Rock. Das ganze funktioniert hier mit einer ordentlichen Portion Partylust und Tanzwut. Irgendwie schon mal gehört, und zwar bei den Leningrad Cowboys? Falsch geraten, denn 44 LENINGRAD sind schneller, komplexer, sebstzerstörerischer. Die finnischen Namensverwandten schlachten Rußland aus, bis ein potentieller Hit hervorkommt. Diese Potsdamer Kapelle jedoch läßt die Ideen sprudeln. Bis alles einen neuen Zusammenhang erhält. Dem offensichtlichen Spaß dabei kann sich der geneigte Hörer nur schwer entziehen... www.usta.de/RefAk/Kultur/Unifest/SoSe00/bands.html
EINE RUSSISCHE NACHT (Halle Turm, 20.03.2000) Die russische Seele wußte schon in grauer Vorzeit, wie man die Nacht zum Tage macht. Die Ingredenzien hierfür sind einfach: ein spezielles Getränk in rauhen Mengen und gute Musik. Eine der wenigen Bands aus deutschen Landen, die diese Mixtur in kürzester Zeit zu einem brodelnden Party-Gemisch verwandeln können, sind 44 LENINGRAD. Ihren Stil nennen sie selbst Russian Speed Folk. Mit Hilfe einer herkömmlichen Rockband, verstärkt durch Akkordeon und der schönsten Stimme zwischen Omsk und Tomsk, erfährt russisches Volks- und Kampfliedgut eine kraftvolle und äußerst partytaugliche Wiedergeburt im Stile der 90er. Sozusagen die Elektrifizierung der russischen Seele. Hoch die Regler und natürlich hoch die Tassen! Wodka und Soljanka sollen an diesem Abend in Strömen fließen. Nie war die Erinnerung an das Land des Roten Oktober so wertvoll wie heute!
44 LENINGRAD - Russian Speed Folk aus Potsdam und Turbo-Disco von DJ SOLARIS (Hannover Bei Chez Heinz, 02.04.1999) 44 LENINGRAD...haben die Polka im Blut! Die Formation aus Potsdam bringt die Party mit einer Mischung aus Volks- und Kampfliedgut des alten Mütterchen Russland rasend schnell zum Siedepunkt... Völlig respektlos bearbeiten sie die alten Weisen und die kommunistischen Propaganda-Smasher, verarbeiten alle Klischees von Soljanka bis Matroschka und treiben dann mittels Akkordeon im richtigen Moment die traurigschöne russische Volksseele moll-lastig durch den Saal. Die "Ikonenschändung" der 44 LENINGRAD kennt nur ein Motto: "Russland ist Party". Ein Universalkonzept, das aufgeht und dem sich auch der letzte Stimmungsignorant nicht entziehen kann. www.beichezheinz.de/prog/99-04/
Party vorm Kreml Bizarr geht es nicht nur anderswo zu, sondern auch im Erzgebirge. Um das Gelände der Kniebreche nun schon zum neunten Mal. Dabei reicht das Musikspektrum des MARIENBERGER BIZARRE diesmal von Gothic Rock, Electro Metal, Folk bis hin zu Pop Core und Dark Rock. Zu den Abräumern werden am 7. August 44 LENINGRAD (Foto)zählen. Mit einer Rezeptur namens Russian Speed Folk bewahren sie russisches Volks- und Kampfliedgut vor dem Verschleiß. Vordergründig erfolgt die Rock-Balsamierung durch Akkordeon und "der schönsten Stimme zwischen Omsk und Tomsk" von Sängerin Jule. (BLITZ Stadtmagazin Chemnitz zum Marienberger Bizarre 2000) |
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Post-Sowjet-Punk made in Potsdam Was einst Junge Pioniere beim Gruppennachmittag wenig begeistert trällern mussten - die revolutionären Lieder. aus dem sowjetischen Bruderland nämlich - das taugt seit einer Weile schon als Fundgrube für respektlos rockige Neu-Bearbeitungen. Zu den Vorreitern dieser Art Post-Sowjet Punk zählt die Potsdamer Band "44 Leningrad" die seit 1990 mit Karacho musikalisch durch Steppen und Gebirge zieht. Da verbinden sich Balalaika- und Akkordeon-Klänge mit PogoRhythmen, Gitarren donnern auf Budjonnys Spuren. Auch westliches Liedgut schützt nichts vor der ' Russifizierung. Die Genossen dürften im Grabe rotieren, und in den Tanzpalästen ist ebenfalls Bewegung angesagt. Denn die Lieder vom Klassenkampf taugen heute zum Massentanz. Und 44 Leningrad` werden nicht müde, immer wieder ihre Speed-Folk-Maschine anzuwerfen und das Erbe durch den Wolf zu drehen, das sonst nicht mehr zu viel taugt. Außer vielleicht zur sentimentalen Untermalung von Veteranentreffen. Bei den Potsdamern ist wenig Platz für Sentimentalität. Sie blitzt höchstens mal auf, wenn Sängerin Jule ihre Sopranstimme in himmlische Höhen schraubt... Wozu sie auf dem aktuellen Album "STO!" leider zu selten Gelegenheit bekommt. Denn die Band hat sich zu einer noch schärferen Gangart entschlossen und zergrölt lieber sogar die eigentlich zärtlichen Stücke. So wird "Von dort!" mit Wodkastimme gekrächzt, erst zum Ende müssen die durchgeknallten Gitarren einem Walzerdreh weichen. Ein Akkordeon deliriert in"Padam Padam"'in schwindelerregenden Kreisen. Schwere Rockriffs zitieren in "Mamamia" ein Motiv der deutschen Electronic-Band Kraftwerk. An anderer Stelle müssen Edith Piaf und Herbst in Peking dran glauben. Die Band hat überhaupt das Revier erweitert, in dem sie wildert. Auch orientalische Gesänge haben jetzt ihren Platz. Wenn sich 44 Leningrad doch einmal zur Sentimentalität hinreißen lassen, dann mit äußerster Konsequenz. ..,Die "Wolgaschlepper" müssen sich gut eine Viertelstunde lang den Fluss hinaufschleppen. Der Song bohrt sich mit hypnotischen Schleifen so lange in die Gehörgänge, dass er tagelang nicht wieder zu vertreiben ist. Es sei denn, man lässt die CD noch einmal laufen und meidet das Schlussstück. (Gerd Dehnel / MAZ 07.04.2001)
44 LENINGRAD Sto! (kein Booklet aber extrem tolle Aufmachung!!) Die Russen kommen! Nein, keine Angst, diesen Herren und Dame(n) hat es zwar das alte, früher 'eingeprügelte', russische Volksliedgut angetan, aber sie spielen es dann doch etwas schneller als die Genossen das gern hätten - nämlich in einer leicht punkigen Version und mit einer gehörigen Prise Ironie. Da wakkelt nicht nur der Potsdamer Rayon, sondern schon ganz Ostdeutschland, wo man mit solcher Musik scheinbar immer noch mehr anfangen kann. Fette Gitarren, peitschendes Schlagzeug und wodkaraue Stimmen sind die eine Seite des Quartetts, russische Seele und akkordeonverträumte Schunkelkiänge die andere... Mit dem inzwischen fünften Album wagen sich die Potsdamer auch erstmals in andere musikalische Landschaften vor. So ist es 44 Leningrad gelungen ein unglaublich fetziges russisches (H) Cover von Edith Piafs " Padam, Padam " zu zaubern. Außerdem liefern sie mit "Tangüskü-dara " ein türkisches Lied. Durchzogen wird "Sto! " zudem immer wieder von Skaklängen, die es ordentlich grooven lassen. Eingefleischte Fans werden natürlich kritteln, dass die großartige Stimme von Ex-Frontfrau Jule zu kurz kommt, weshalb die Herren ihre tiefen Bässe etwas mehr zur Geltung bringen müssen. Die Frau mit der Stimme einer echten Babuschka ist seit einiger Zeit, wie auch auf diesem Album, lediglich als Gastsängerin zu hören. Aber dafür kommt man bei "Bela Ciao" noch mal göttlich auf seine Kosten. Was für eine Stimme! (Claudia Frenzel / Folker Nr. 5 / 2001)
44 LENINGRAGD: STO! Drei Jahre sind nach der Veröffentlichung ihres letzten Albums und zehn nach ihrem ersten Tonträger vergangen. Wen interessiert's? Das Akkordeon spielt verloren die sowjetische Nationalhymne als Auftakt für die Polka ins Nichts, ins hier und nie mehr wo anders. Zeit spielt an diesem Ort keine Rolle mehr: "von dort wo die Winter viel kälter sind, von dort wo die Alten viel älter sind, von dort wo die Ebenen viel weiter sind, von dort wo die Flüsse viel breiter sind, von dort wo die Märchen wie Lieder sind" ("von dort!"). Es ist kein Zufall, dass sich dort, wo die Sehnsüchte größer sind, dort, wo die Gefühle intensiver sind, die wodkatrunkene russische Seele mit dem weinselig gefühlsstarken französischem Chanson trifft. Oder kurz: der Bär tanzt mit Edith Piaf ("padam padam"). Doch was hat "Sie ist ein Model" von Kraftwerk ein Stück später ("mamamia") dort zu suchen? Die Musik der 44 Leningrad hat etwas von einem Soljankaeintopf. Man findet ständig neue Bestandteile ohne sofort zu erkennen, um was es sich handelt und im welchem Essen sie vorher waren. Aber ebenso wie bei der Soljanka sollte man sich beim Hören dieser Scheibe darüber nicht zu sehr den Kopf zerbrechen (war der Anfang von "bella ciao" nicht die von den COMMUNARDS in den 80ern gecoverte Version von DONNA SUMMMERSJ feel love"). Die Hauptsache ist doch: es schmeckt! (WAHRSCHAUER Nr. 42 / 2001)
44 Leningrad - Sto! "Zusammenwürfeln, was (eigentlich) nicht zusammen gehört", das ist seit nunmehr fast zehn Jahren das musikalische Programm von 44 Leningrad. Im Osten haben Ähnliches vor allem Herbst In Peking schon früher versucht, im Westen machten früher Marilyn's Army etwas ähnliches. Eingebracht hat es beiden Bands nie mehr als Kultstatus und auch 44 Leningrad dürften wohl nur einen recht überschaubaren Fankreis ansprechen. Zum Sortiment des Gemischwarenladens gehören klassisches russisches Liedgut ebenso wie Anleihen bei Edith Piaf oder den Butlers. "Russian Speed Folk" ist dieser seltsame Stilmix bereits getauft worden, und obwohl ihm eine gewisse Partytauglichkeit nicht abzusprechen ist und 44 Leningrad gleich zu Beginn der Platte eine nette Version der russischen Nationalhymne intonieren - für eine ernsthafte Band klingt das Quartett zu ironisch, aber für eine Parodie sind sie leider nicht witzig genug. Wie die Russen das ja lange schon gewöhnt sind: Hier gibt's weder Fisch noch Fleisch. -Carsten Wohlfeld-
44 LENINGRAD - sto! deutschrock im russischen folklore-gewand? erbarmen, BITTE! wer härter im nehmen ist als der nichtsnutzige rezensent, darf sich immerhin über eine sehr schicke und außergewöhnliche metallverpackung dieser cd freuen. aber wie gesagt, musikalisch geht das einfach gar nicht! Copyright by TRUST und Torsten (alle Rezensionen von Torsten) www.realmusic.de/rezensionen/home.php3?id=16226
Sonstiges:
20.12.94 Dresden (Sportgymnasium) 40 Jahre Sportgymnasium. Die Jungs der Band "Keine Ahnung Hochspannung" (später primitief) angagierten uns zu ihrem Schulfest. Wir kamen und begeisterten die Massen. Zur Feier des Tages coverten wir die DOORS, die HOSEN und 44LENINGRAD. Bei "Eisgekühlter Bommerlunder" kam ein völlig betrunkener Kunde auf die "Bühne" und versuchte sein Glück am Mikrophon. AAiiiiiiissgäküüüült… |